# Drehmomentschlüssel prüfen lassen: Fristen, Ablauf und Nachweis

> Wann ein Drehmomentschlüssel geprüft werden muss, was bei der Kalibrierung passiert und wie die Werkstatt Fristen und Kalibrierscheine im Griff behält.

## Warum Drehmomentschlüssel geprüft werden

Radschrauben, Zylinderkopf, Fahrwerk, Bremse: Wo der Hersteller ein Anzugsdrehmoment vorgibt, hängt die Sicherheit am richtigen Wert. Ein Drehmomentschlüssel verliert mit der Zeit an Genauigkeit – die Feder ermüdet, Mechanik nutzt sich ab, ein Sturz oder eine Überlastung verstellt ihn, ohne dass man es sieht.

Deshalb ist der Drehmomentschlüssel das bekannteste Prüfmittel in der Kfz-Werkstatt. Wie Prüfmittel insgesamt überwacht werden, beschreibt der Ratgeber [Prüfmittelüberwachung](https://tulz.work/ratgeber/pruefmittelueberwachung). Hier geht es um den Drehmomentschlüssel im Einzelnen.

## Welche Fristen gelten

Die Norm DIN EN ISO 6789 empfiehlt, einen Drehmomentschlüssel ohne andere Vorgabe nach 12 Monaten oder 5.000 Betätigungen neu zu kalibrieren – je nachdem, was zuerst eintritt. Kürzere Fristen können vorgeben:

- der Fahrzeughersteller oder Importeur in seinen Werkstattstandards,
- das eigene Qualitätsmanagement,
- der Hersteller des Schlüssels.

Unabhängig von der Frist gehört ein Schlüssel sofort zur Prüfung, wenn er heruntergefallen ist, überlastet wurde, repariert wurde oder ungewöhnlich auslöst.

## Prüfen, kalibrieren, justieren

Die drei Begriffe werden oft verwechselt:

- **Prüfen:** Es wird festgestellt, ob der Schlüssel innerhalb der zulässigen Abweichung liegt. Die Norm erlaubt je nach Bauart und Klasse meist 4 oder 6 Prozent.
- **Kalibrieren:** Die Abweichung wird mit einem rückgeführten Messgerät gemessen und im Kalibrierschein dokumentiert – mit Messwerten, nicht nur „in Ordnung“.
- **Justieren:** Liegt der Schlüssel außerhalb der Toleranz, wird er eingestellt oder repariert. Danach wird er erneut kalibriert.

Für die Werkstatt zählt am Ende der Nachweis: ein Kalibrierschein mit Datum, Messwerten und Kennung des Schlüssels.

## Werkskalibrierschein oder DAkkS-Kalibrierschein

Ein **DAkkS-Kalibrierschein** stammt von einem Labor, das die Deutsche Akkreditierungsstelle akkreditiert hat. Er ist international anerkannt und wird bei manchen Audits ausdrücklich verlangt. Ein **Werkskalibrierschein** des Herstellers oder eines Kalibrierdienstes ist meist günstiger und reicht vielen Werkstätten. Welcher nötig ist, steht in den Vorgaben von Hersteller und Qualitätsmanagement – im Zweifel vor der Bestellung klären.

## Selbst prüfen mit einem Prüfgerät

Mit einem eigenen Drehmoment-Prüfgerät lässt sich zwischendurch kontrollieren, ob ein Schlüssel noch stimmt – etwa nach einem Sturz. Das Prüfgerät muss selbst regelmäßig kalibriert sein. Eine solche Kontrolle ersetzt die Kalibrierung nicht, wenn Hersteller oder Qualitätsmanagement einen Kalibrierschein verlangen.

## Richtig lagern und benutzen

- Auslösende Schlüssel nach der Arbeit auf den kleinsten Wert der Skala zurückdrehen, nicht darunter – so steht die Feder nicht dauerhaft unter Spannung.
- Nicht zum Lösen festsitzender Schrauben verwenden und keine Verlängerung aufstecken.
- Im Koffer lagern, nicht lose im Werkstattwagen.
- Bei jedem Sturz melden, statt still weiterzuarbeiten.

## Prüftermine ohne Ausfall

Ein Drehmomentschlüssel, der gerade beim Kalibrierdienst ist, fehlt in der Halle. Bewährt hat sich:

1. **Vorwarnung 30 Tage vorher**, damit der Termin geplant werden kann.
2. **Sammeltermin** für mehrere Schlüssel – viele Dienste holen ab und bringen zurück.
3. **Ersatz einplanen** für Messbereiche, die täglich gebraucht werden.
4. **Vor dem Termin wissen, wer den Schlüssel gerade hat** – sonst fehlt er beim Abholen.

## Häufige Fragen

### Reicht es, einen Drehmomentschlüssel einmal im Jahr prüfen zu lassen?

Ohne andere Vorgabe ja: DIN EN ISO 6789 empfiehlt 12 Monate oder 5.000 Betätigungen, je nachdem, was zuerst eintritt. Wird ein Schlüssel sehr häufig benutzt oder schreibt der Hersteller kürzere Fristen vor, gilt der kürzere Abstand.

### Muss ein heruntergefallener Drehmomentschlüssel neu kalibriert werden?

Er sollte vor dem nächsten Einsatz geprüft werden. Ein Sturz kann die Mechanik verstellen, ohne dass man es sieht. Bis zur Prüfung wird der Schlüssel gesperrt und nicht mehr ausgegeben.

### Darf eine Werkstatt Drehmomentschlüssel selbst kalibrieren?

Mit einem kalibrierten Prüfgerät kann sie selbst prüfen und das dokumentieren. Ob diese eigene Prüfung als Nachweis genügt oder ein Kalibrierschein eines Labors nötig ist, legen Fahrzeughersteller und Qualitätsmanagement fest.

## So geht das mit Tulz

In Tulz bekommt jeder Drehmomentschlüssel ein Prüfintervall – für die ganze Kategorie voreingestellt, je Schlüssel änderbar. Fällige Prüfungen stehen 30 Tage vorher auf der Vorwarnliste und kommen per E-Mail. Das Prüfprotokoll speichert Ergebnis, Messwerte und den Kalibrierschein als Datei, eine Frist lässt sich mit Begründung verschieben, und bei der Ausgabe weist Tulz auf abgelaufene Prüfungen hin. Wer den Schlüssel gerade hat, steht auf der Werkzeugseite.

Anleitungen im Hilfe-Center: [Prüfungen](https://tulz.work/hilfe/artikel/pruefungen) · [Prüfung korrigieren](https://tulz.work/hilfe/artikel/pruefung-korrigieren) · [Prüfmittel-Hinweis bei der Ausgabe](https://tulz.work/hilfe/artikel/pruefmittel-hinweis-ausgabe) · [Dokumente](https://tulz.work/hilfe/artikel/dokumente)

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Quelle: https://tulz.work/ratgeber/drehmomentschluessel-pruefen · Stand 2026-10-06 · Tulz
