Warum eine Nummer am Werkzeug alles einfacher macht
Ohne Kennzeichnung heißt jedes Werkzeug „der große Abzieher“ oder „der VAS-Dings“. Sobald jedes Teil eine eigene Nummer trägt, ändert sich der Alltag: Ausgabe und Rückgabe gehen per Scan in Sekunden, bei der Inventur wird gezählt statt geraten, und ein Spezialwerkzeug mit OEM-Nummer, Lieferantennummer und Inventarnummer ist trotzdem eindeutig eines.
Die Frage ist nur: Wie kommt die Nummer ans Werkzeug, und wie wird sie gelesen? Drei Verfahren haben sich bewährt – jedes mit eigenen Stärken.
Die drei Verfahren im Vergleich
| QR-Code | Barcode (Code 128) | NFC-Tag | |
|---|---|---|---|
| Lesen mit | Handykamera, Tablet, 2D-Scanner | 1D-/2D-Scanner, Handykamera | Handy (NFC), USB-Leser |
| Hält Schmutz aus | gut – der Code verträgt kleine Fehlstellen | mäßig – ein Kratzer quer über die Striche stört | sehr gut – keine Sicht nötig |
| Auf Metall | ja (Etikett) | ja (Etikett) | nur mit On-Metal-Tag |
| Lesbar für Menschen | Nummer steht daneben | Nummer steht daneben | nein – Etikett zusätzlich sinnvoll |
| Kosten pro Werkzeug | Cent-Bereich | Cent-Bereich | etwa 0,50–2 € je Tag |
| Typischer Einsatz | Standard für alles | Betriebe mit vorhandenen Scannern | Griffe, Koffer, ölige Bereiche |
Kurz gesagt: Der QR-Code ist der Standard, weil ihn jedes Handy ohne Zubehör liest und er einen Link enthalten kann – ein Scan öffnet direkt die Werkzeugseite. Der Barcode ist die richtige Wahl, wenn im Lager schon Handscanner im Einsatz sind. NFC-Tags sind die Ergänzung für Werkzeuge, die ständig schmutzig sind oder bei denen man nicht erst ein Etikett suchen will: Handy ans Werkzeug halten, fertig.
Etiketten, die in der Werkstatt halten
Papieretiketten sind nach zwei Wochen Bremsenreiniger nicht mehr lesbar. Bewährt haben sich:
- Material: Polyester (PET) oder Vinyl, am besten mit Schutzlaminat. Thermotransfer-Druck hält Öl und Reiniger aus; Thermodirekt-Etiketten verblassen mit Wärme und Licht.
- Kleber: Für Metall und Kunststoff einen starken Acrylkleber („permanent“), für raue oder gewölbte Flächen einen weichen Kleber, der sich anschmiegt.
- Größe: Für Handwerkzeug 38 × 19 mm oder 50 × 30 mm, für Koffer und Geräte 62 × 40 mm. Der QR-Code braucht mindestens 12 × 12 mm, damit ihn das Handy auch aus 20 cm Entfernung liest.
- Druck: Ein Etikettendrucker (z. B. Brother QL, Zebra, Dymo) ist für ein paar hundert Werkzeuge in einer Stunde erledigt. Für die ersten Versuche reichen A4-Bögen mit 70 × 37 mm oder 105 × 48 mm aus dem Laserdrucker.
Was auf das Etikett gehört: die Inventarnummer groß und lesbar, der Code, die Bezeichnung in Kurzform und – bei Spezialwerkzeug – die OEM- oder Lieferantennummer. Wer den Lagerplatz mit aufdruckt, erspart sich die Frage „wo gehört das hin?“ bei jeder Rückgabe; Nachteil: Beim Umräumen muss das Etikett neu.
Wo das Etikett sitzt
- Nicht an der Arbeitsfläche: Am Griff, am Gehäuse, auf der Rückseite – dort, wo es weder Schläge noch Hitze abbekommt.
- Immer an derselben Stelle je Werkzeugart, damit niemand suchen muss: Zangen am Griffende, Schlüssel am Schaft, Abzieher am Körper, Koffer außen am Deckel.
- Sätze doppelt: Ein Etikett außen am Koffer für den Satz, dazu eine Inhaltsliste innen im Deckel. Einzelteile bekommen nur dann eigene Etiketten, wenn sie auch einzeln ausgegeben werden.
- Kleine Teile wie Nüsse oder Bits bekommen kein eigenes Etikett – sie laufen als Sammelartikel mit Menge oder gehören zum Satz.
NFC-Tags: worauf es ankommt
Werkzeug ist aus Metall, und Metall verstimmt die Antenne eines normalen Klebe-Tags. Für Stahl, Alu und Guss braucht es deshalb On-Metal-Tags mit Ferritschicht, rund 25–30 mm groß. Als Chip reicht ein NTAG213; er fasst die Adresse der Werkzeugseite. Für Koffer, Griffe und Kabel gibt es Tags als Anhänger oder Kabelbinder, für heiße Bereiche Hochtemperatur-Tags. Nicht geeignet sind 125-kHz-Transponder (EM4100 und Co.) – das sind keine NFC-Tags, und kein Handy liest sie.
Der Tag ersetzt das Etikett nicht ganz: Die Nummer sollte trotzdem lesbar am Werkzeug stehen, damit auch jemand ohne NFC-Handy weiß, was er in der Hand hat.
In vier Schritten eingeführt
- Nummernkreis festlegen: fortlaufend (WZ-0001 …) oder nach Bereich (HV-, PM- für Prüfmittel). Einfach und kurz schlägt ausgeklügelt.
- Etiketten für den ganzen Bestand drucken, sortiert nach Lagerplatz – so wird Schrank für Schrank durchgearbeitet.
- Ankleben und direkt scannen: Ein Scan pro Werkzeug prüft, dass Code und Datensatz zusammenpassen und der Lagerplatz stimmt.
- Neuzugänge sofort kennzeichnen: Das Etikett entsteht beim Anlegen, nicht „irgendwann später“.
Häufige Fragen
QR-Code oder Barcode – was ist besser für die Werkstatt?
Für die meisten Betriebe der QR-Code: Er wird von jedem Handy gelesen, verträgt Schmutz besser und kann einen Link enthalten. Der Barcode lohnt sich, wenn bereits 1D-Handscanner vorhanden sind und am PC gebucht wird.
Halten NFC-Tags auf Metallwerkzeug?
Ja, wenn es On-Metal-Tags sind: Sie haben eine Ferritschicht, die das Metall vom Antennenfeld abschirmt. Normale Klebe-Tags sind auf Stahl stumm.
Was tun, wenn das Etikett kaputt ist?
Neu drucken, aufkleben, einmal scannen – die Nummer bleibt dieselbe, der Verlauf des Werkzeugs auch. Deshalb sollte die Nummer nie „aus dem Etikett“ kommen, sondern aus dem System.
So geht das mit Tulz
Tulz druckt Etiketten in sechs Formaten für Etikettendrucker und A4-Bögen – wahlweise mit QR-Code (Link zur Werkzeugseite) oder Barcode Code 128, mit OEM-, Lieferanten- und Herstellernummer, auf Wunsch mit Lagerplatz. NFC-Tags werden direkt am Handy oder mit einem USB-Leser beschrieben; beim Antippen öffnet sich die Werkzeugseite, und in Ausgabe, Rücknahme, Umlagern und Inventur zählt der Tag wie ein Etikett. Gescannt wird mit der Handykamera, einem Scanner oder am Kiosk-Tablet.
Anleitungen im Hilfe-Center: Etiketten drucken · QR-Etikett scannen · NFC-Tags am Werkzeug: beschreiben, scannen und welche Tags sich eignen · Kamera-Scan am Handy · Sonderwerkzeug mit mehreren Nummern